k32-Boolesche_Algebren

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Kapitel 3 – Kombinatorische Logik

  1. Kombinatorische Schaltkreise
  2. Boolesche Algebren
  3. Boolesche Ausdrücke, Normalformen, zweistufige Synthese
  4. Berechnung eines Minimalpolynoms
  5. Arithmetische Schaltungen
  6. Anwendung: ALU von ReTI

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Prof. Dr. Armin Biere
Institut für Informatik

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Überblick

  • Boolesche Funktionen kann man durch Schaltkreise darstellen.
  • Wir werden uns als nächstes mit Logiksynthese für zweistufige Schaltkreise beschäftigen.
  • Bei der Logiksynthese für zweistufige Schaltkreise macht man häufig von einer alternativen Darstellungsform Gebrauch, den Booleschen Ausdrücken.
  • Führe daher Boolesche Ausdrücke zunächst sauber ein, vorher aber noch eine etwas genauere Betrachtung von Booleschen Algebren.

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Boolesche Algebren - allgemein

Es sei eine Menge auf der zwei binäre Operationen und und eine unäre Operation definiert sind.

Das Tupel heißt Boolesche Algebra, falls eine nichtleere Menge ist und für alle die folgenden Axiome gelten:

Axiom Gleichung 1 Gleichung 2
Kommutativität
Assoziativität
Absorption
Distributivität
Komplement

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Beispiele Boolescher Algebren: Boolesche Algebra

Definition:

Konjunktion (UND-Verknüpfung)

0 0 0
0 1 0
1 0 0
1 1 1

Disjunktion (ODER-Verknüpfung)

0 0 0
0 1 1
1 0 1
1 1 1

Negation

0 1
1 0

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Beispiele Boolescher Algebren: Boolesche Algebra

Konventionen

  • Man schreibt auch statt und statt .
  • Für sind viele Notationen üblich: , oder .

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Weitere Beispiele Boolescher Algebren

  • Boolesche Algebra der Booleschen Funktionen in Variablen:
  • Boolesche Algebra der Teilmengen einer Menge :

Allgemein: Lässt sich eine Aussage direkt aus den Axiomen herleiten, dann gilt sie in allen Booleschen Algebren!

Man darf beim Beweis der Aussage aber auch wirklich nur die Axiome verwenden und keine Eigenschaften der konkreten Booleschen Algebra.

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Boolesche Algebra der Funktionen in Variablen

  • Menge: (Menge der Booleschen Funktionen in Variablen)
  • für alle
  • für alle
  • für alle

Satz: ist eine Boolesche Algebra.

Beweis: Nachrechnen, dass alle Axiome gelten.

Beispiel: Kommutativität

Betrachte beliebige .

Für alle gilt:

Also .

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Boolesche Algebra der Teilmengen von

  • Menge: Potenzmenge von

Satz: ist eine Boolesche Algebra.

Beweis: Nachrechnen, dass alle Axiome gelten.

Beispiel: Absorption

Betrachte beliebige .

Dann ist

und .

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Zusammenhang zwischen und

Eine Funktion entspricht umkehrbar eindeutig der folgenden Teilmenge von :

Die Operationen in übertragen sich auf :

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Weitere, aus den Axiomen ableitbare Regeln:

Existenz und Eindeutigkeit neutraler Elemente:

und außerdem sind die Elemente und mit der angegebenen Eigenschaft eindeutig.

Doppeltes Komplement:

Eindeutigkeit des Komplements:

Idempotenz:

de Morgan-Regel:

Consensus-Regel:

Diese Regeln gelten in allen Booleschen Algebren!

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Dualitätsprinzip bei Booleschen Algebren

Prinzip der Dualität: Gilt eine aus den Axiomen der Booleschen Algebra abgeleitete Gleichung , so gilt auch die zu duale Gleichung, die aus hervorgeht durch gleichzeitiges Vertauschen von und , sowie und .

Beispiel: